
Lengerich – Es ist in der Tat ein Kulturschock – von der Millionenmetropole Asunción in Paraguay in das beschauliche Lengerich. Doch der Charme der Kleinstadt hat es ihm angetan. Die Rede ist von Federico Andres Obelar Camperchioli, der zurzeit als Austauschschüler in Lengerich zu Gast ist. Seit dem 1. März wohnt der 16-Jährige bei der Gastfamilie Groppe.
Doch es ist nicht nur die Einwohnerzahl, die Lengerich von seiner Heimatstadt unterscheidet. „Das Leben hier ist mit dem in Paraguay nicht zu vergleichen“, erzählt Federico Andres Obelar Camperchioli. So es in Paraguay normal, dass die Familie eine Putzfrau hat, die sich um den Haushalt kümmert. „Hier muss ich selber aufräumen“, lacht der Schüler, „aber das macht nichts, es gefällt mir hier sehr gut.“
Er habe in der kurzen Zeit, die er jetzt hier ist, schon viele Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen. „Es sind alle sehr nett zu mir“, freut sich der 16-Jährige über die Gastfreundschaft, mit der er aufgenommen wurde. Federico Andres Obelar Camperchioli nimmt am Hannah-Arendt-Gymnasium am Unterricht der zehnten Klasse teil. Zusätzlich macht sich der Schüler täglich auf den Weg nach Osnabrück – drei Stunden Deutschkursus stehen dort auf dem Programm. So möchte der 16-Jährige während seines zehnmonatigen Aufenthaltes in Deutschland möglichst gut Deutsch lernen.
Vorkenntnisse habe er keine, so bestehe an seiner Schule in Paraguay nicht die Möglichkeit, Deutsch zu lernen. Ganz im Gegensatz zu der englischen Sprache. „Wir werden in jedem Schulfach doppelt unterrichtet, in Spanisch und in Englisch“, beschreibt Federico Andres Obelar Camperchioli das bilinguale System der Privatschule „Lumen“, die er besucht. Acht Stunden Unterricht haben die Kinder und Jugendlichen dort täglich - und das von der ersten Klasse an. „Die Anforderungen in der Schule sind hoch“, erzählt der 16-Jährige. Er fühle sich dort jedoch wohl, auch wenn er viel lernen müsse.
Was seine Zukunft angeht, hat der Schüler schon klare Vorstellungen. „Ich möchte Jura studieren“, so Federico Andres Obelar Camperchioli. Ob ihm seine während des Schüleraustausches gesammelten neuen Erfahrungen in seiner Zukunft weiterhelfen werden? „Ganz bestimmt“, ist der 16-Jährige überzeugt.
Nach Ostern heißt es für Federico Andres Obelar Camperchioli Abschied nehmen von Lengerich. So fungiert die Familie Groppe lediglich als „Welcome-Familie“ bevor sich der Schüler auf den Weg macht zu seiner endgültigen Gastfamilie nach Jena, bei der er bis Januar nächsten Jahres wohnen wird.
Der 16-Jährige geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. So freut er sich auf die neuen Erfahrungen, die in Jena auf ihn warten, wird aber auch seine Lengericher Gastfamilie vermissen. „Ich würde gerne länger hierbleiben“, so der Schüler. „Der Kontakt wird auf jeden Fall bestehen bleiben“, sind sich Gastschwester Kathrin Groppe und der Austauschschüler einig.
Der Kontakt mit seiner Gastfamilie ist über die Organisation AFS (American Field Service) zustande gekommen. Diese ist immer auf der Suche nach Gastfamilien, die Austauschschüler aufnehmen. Weitere Informationen erteilt Eda Stromberg unter ' 0 54 07/60 05.
Quelle: Westfälische Nachrichten (Imke Sundermann) | Donnerstag, 25. März 2010