Tag der offenen Tür: Schauen und versuchen

Die Patenschüler sammeln mittels bunter Plakate die von ihnen zu betreuenden Viertklässler in der Pausenhalle des HAGs.Lengerich – Wie geht es am Hannah-Arendt-Gymnasium zu? Das wollten viele Schüler der vierten Klassen erfahren, die am Freitag gemeinsam mit ihren Eltern der Einladung des Hannah-Arendt-Gymnasiums zum Tag der offenen Tür gefolgt waren. Mit einem schwungvollen vorgetragenen musikalischen Willkommensgruß wurden die Gäste von der Bläserklasse der Jahrgangsstufe 6 in der Studiobühne empfangen. Dass es großen Spaß macht dort mitzuspielen, erfuhren die Gäste im Interview zweier Schülerinnen, bevor die Erprobungsstufenleiterin Angelika Heitmann in einem lebendigen Austausch mit den anwesenden Kindern über das pädagogische Konzept der Erprobungsstufe beim Übergang von der Grundschule zum Gymnasium informierte.
Großes Interesse zeigten die Besucher an dem besonderen Angebot „Schule am Nachmittag“, in dem die Kinder vom gemeinsamen Mittagessen, der Hausaufgabenbetreuung und einem vielfältigen AG-Angebot in kleinen Gruppen individuell betreut und gefördert werden. Physikalisches Experimentieren, Theaterspielen, Hockey, Reiten und Kochen sind nur fünf von insgesamt zehn Veranstaltungen im Rahmen dieses Programms.
Für die Eltern war es nach Angaben des Gymnasiums wichtig zu erfahren, dass die Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 7 an vier Tagen der Woche dieses kostenlose Angebot mit Betreuungsgarantie bis 16 Uhr in Anspruch nehmen können und lediglich das Mittagessen (2,50 Euro) bezahlt werden muss. Während der anschließenden großen Pause genossen die Gäste das reichhaltige Angebot der Cafeteria, bewunderten die sportlichen Darbietungen der Schülerinnen der Klasse 6b im Rope-Skipping, beobachteten die Aktionen der programmierten Roboter oder probierten selbst einmal ein Blasinstrument aus.
Schließlich scharrten sich Eltern und Gastschüler erwartungsvoll um die Patenschülerinnen und -schüler, denn nun wurden die Besucher gruppenweise zu den verschiedenen Fachräumen und Klassen geführt und erlebten hautnah mit, welche neuen Fächer es am Gymnasium gibt und wie der Unterrichtsstoff vermittelt wird. Einige waren ganz stolz, denn es zeigte sich, dass sie schon über viel Grundwissen verfügen und sich teilweise am Unterricht der Gymnasiasten beteiligen konnten.
Ganz offensichtlich war die Neugierde und die zu beobachtende Lernfreude der Gastschüler in der vierten Stunde, denn da hatten sie eigenständigen Unterricht. Mit Begeisterung experimentierten sie in der Chemie, übten sich in der Biologie erfolgreich im Mikroskopieren von Zucker- und Salzkristallen sowie Zwiebelpräperaten und nahmen anschließend strahlend ihren „Führerschein“ fürs Mikroskopieren in Empfang.
Durchaus alltagstauglich erwies sich ein Experiment, mit dem sich eine Schülergruppe in der Physik beschäftige: Wie installiere ich einen Stromkreis mit roter Warnleuchte zur Sicherung des Kinderzimmers? Sehr lebendig ging es auch im englischsprachigen Zoo zu, in dem die Kinder in die Rolle verschiedener Tiere schlüpften, beim Ermitteln ihrer Kenntnisse über die europäische Union und in der Studiobühne, wo Spielfreude und auch schauspielerisches Talent die Zeit viel zu schnell vergehen ließen.
Die Eltern erhielten währenddessen im Rahmen von Schulführungen einen differenzierten Einblick in die Ausstattung der Schule, bevor sie sich im Lehrerzimmer zu einem abschließenden Austausch zusammenfanden. Im Mittelpunkt stand neben den vielfältigen Aspekten des umfangreichen Schulprogramms in besonderer Weise das Konzept individueller Förderung und Beratung im Umfeld einer gesunden Schule. Wie Schule in einem funktionierenden Netzwerk von Schulleitung, Kollegium, Schülern und Elternvertretung optimal funktioniert, stellten sowohl die Vertreterinnen der SV (Schülermitverwaltung) als auch der Elternschaft und des Freundeskreises in sehr engagierten Beiträgen dar.

Quelle: Westfälische Nachrichten | Dienstag, 19. Januar 2010