
Lengerich – Von „Anniversaire“ bis „Zut!“ Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 und 7 des Lengericher Hannah-Arendt-Gymnasiums (HAG) ließen sich bereitwillig für jeweils eine Schulstunde auf die verschiedenen Angebote und Spiele der France-Mobil-Referentin Julie Corouge ein, die auf Einladung der Fachschaft Französisch jüngst zu Gast am HAG war.
Da musste zunächst einmal der Name der Referentin mit Hilfe des französischen Alphabets erraten werden, bevor es darum ging, sich selbst auf Französisch vorzustellen. Auch der „Buchstaben-Wettlauf“ fand großen Anklang bei den Schülern, bei dem möglichst schnell allen Buchstaben des Alphabets französische Wörter zugeordnet werden mussten. Und wenn der eigene Wortschatz vor lauter Aufregung nicht mehr ausreichte, wurde auch schon mal eifrig in den mitgebrachten französischsprachigen Jugendzeitschriften geblättert.
Zum Abschluss hatten die Schülerinnen und Schüler neben Fragen zu individuellen Aufenthalten in Frankreich noch die Möglichkeit, sich mit der sympathischen Französin über Vorurteile und Klischees auf beiden Seiten des Rheins auszutauschen, um sie allerdings gleich darauf auch kritisch in Frage zu stellen.
Dabei wurde deutlich, dass die seit Jahrzehnten gängigen Klischees über Deutsche – „Sie trinken viel Bier, essen viel Wurst, sind ernst und fleißig“ – in Frankreich immer noch genauso Bestand haben wie in Deutschland die weit verbreitete Ansicht, Franzosen seien „arrogant, sprechen keine Fremdsprachen, trinken viel Wein und essen Baguette“.
Wie gut, dass einige Schüler bereits differenziertere Erfahrungen mit Frankreich und den Franzosen machen und sich darüber auch lebhaft mit der Referentin austauschen konnten, die sich als Mitarbeiterin des France Mobil, einer Initiative der Kulturabteilung der französischen Botschaft und der Robert-Bosch-Stiftung als „Botschafterin für ihr Land, die französische Sprache und die deutsch-französische Freundschaft“ sieht.
„Spaß an der französischen Sprache vermitteln und vorhandene Ängste und Hemmungen abbauen“, so definiert sie die Arbeit des France Mobil, das gerne auch als „kleines französisches Kulturinstitut auf Rädern“ bezeichnet wird.
Das Projekt ist das Pendant zum Deutsch Mobil, das in umgekehrter Mission seit 2001 an französischen Schulen unterwegs ist. Gemeinsam wurden den Initiativen France Mobil und Deutsch Mobil 2004 für ihr vorbildliches Engagement in der deutsch-französischen Zusammenarbeit der Adenauer-de-Gaulle-Preis verliehen.
Mehr als 5000 Schulen haben die France Mobile, die von der Renault Nissan Deutschland AG gesponsert werden, deutschlandweit bereits besucht, mehr als 45 0000 Schüler getroffen.
Nach längerer Wartezeit war nun auch das Lengericher Hannah-Arendt-Gymnsium an der Reihe – ein gelungener und motivierender Vormittag, da waren sich am Ende alle Beteiligten einig.
Quelle: Westfälische Nachrichten | Dienstag, 17. November 2009