
Lengerich – Ein Wochenende mal ganz anders. In vier Wochen stehen mit den Klausuren in Deutsch die ersten Abiturprüfungen für die Jahrgangsstufe 13 in Nordrhein-Westfalen an. Auch für die Schülerinnen und Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums. Dass hielt sie am Samstag nicht davon ab, mal ganz anderen Tätigkeiten nachzugehen. Im Rahmen ihrer Aktion „Rent a student“ wurden sie für verschiedene handwerkliche Aufgaben gemietet – und viele Dreizehner wurden in Gärten in Lengerich und der Umgebung gesehen.
Zum Beispiel bei Ingeborg Hartwig in Tecklenburg. Dort halfen Jascha Alteruthemeyer – der die Hauptorganisation von „Rent a student“ übernommen hatte – und Fabian Schindler im Garten. Einer musste das Moos zwischen den Steinen wegkratzen und einer den Springbrunnen säubern. Aufgaben, die für Ingeborg Hartwig nicht mehr zu bewältigen sind. „Alleine kann ich die Arbeit nicht mehr schaffen, aber ich möchte nun mal gerne einen schönen Garten haben. Einen Gärtner für diese Aufgaben zu engagieren, ist aber auch übertrieben.“ So griff Ingeborg Hartwig, nachdem sie die Meldung in den Westfälischen Nachrichten gelesen hatte, zum Telefon, um sich die Jungs zu mieten.
Ähnlich sah es bei Frauke Drees aus. Sie hat recht wenig Zeit, um beispielsweise im Garten größere Aktionen in Angriff zunehmen. Dies erledigten am Samstag Tim Maßmann, Dirk Baumkamp und Sven Meckelholt. „Endlich wird mal alles gemacht“, freute sie sich über die Hilfe der Jugendlichen im Rahmen der Aktion.
Doch es mussten auch ganz andere Dinge erledigt werden. So standen für die Jungen und Mädchen Rasenmähen, Laubharken oder Autowaschen auf dem Programm. Einige Jungs mussten ein Loch graben, damit dort neue Wasserrohre verlegt werden können.
Insgesamt vier Schüler mietete sich Frank Ledwa. Katharina Mientus und Helen Hindemith mussten dabei Plakate aufhängen für den Optiker. Peter Oppermann und Alexander Otte waren für das Kaminholz zuständig. Obwohl ein Holzspalter zur Verfügung stand, wollten sich die Jungs richtig beweisen und nahmen anstatt der modernen Technik lieber die Axt. Später sind sie doch auf den Spalter umgestiegen.
Frank Ledwa war voll des Lobes. „Alle vier haben eine super Arbeit verrichtet, die natürlich auch nicht so einfach war. Es ist eine super Idee der Schüler gewesen“, würde er am liebsten die Schüler häufiger verpflichten.
Die ganze Aktion verlief am Samstag reibungslos. Auch dank des Wetters. „Wir können uns bei Petrus bedanken“, hatte Jascha Alteruthemeyer aufgrund der Vorhersagen schon Bedenken gehabt, wie die Aufträge unter freiem Himmel sonst hätten ausgeführt werden können.
Für ihre Tätigkeiten bekamen die angehenden Abiturienten eine Spende. Diese werden letztlich geteilt. Ein Teil geht auf das eigene Abikonto, um zum Beispiel einen Teil des Abiballs in der Gempthalle zu finanzieren. Der andere geht an das Lore-Bohm-Projekt „Engeltjes“. „Es ist toll, dass ein Teil für die Kinder in Namibia gespendet wird“, war dies für Frank Ledwa ein Anlass, die Schülerinnen und Schüler zu bestellen.
Wie viel Geld eingenommen wurde, steht noch nicht fest, aber genug Arbeit war vorhanden. Immer noch gibt es Anfragen, ob die Abiturienten nicht helfen wollen. Am Abend fand die Aktion einen runden Ausklang. Die Abiband des Jahrgangs spielte im „Hexenhäuschen“, so dass nach der Arbeit gefeiert wurde und auf diesem Weg noch Spenden gesammelt wurden.
Quelle: Westfälische Nachrichten | Montag, 23. März 2009